Mittwoch, 6. Mai 2009

besonders nett und unbedacht

manchmal, wenn es mir gut geht, scheine ich etwas impulsiv zu sein und mein gehirn auszuschalten.
und so begab es sich, in einem gespräch, in dem ich nach meiner meinung gefragt wurde, dass ich entsprechend reagierte:
"meinst du ich soll noch zum frisör gehen?"
-um gottes willen, schrie ich, du siehst immr so furchtbar aus, wenn deine haare so kurz sind!
"danke!"
ein paar minuten später:
"was hälst du von dem stuhl, ob ich den kaufen soll?"
-puh, der ist echt häßlich, aber ich finde, er passt gut zu dir!, war meine nächste antwort...

danach entschuldigte ich mich bei meinem gesprächsparnter damit, dass es bestimmt die gene seien, denn in meiner familie gibt es jemanden, der genauso impulsiv reagieren kann. Früher war ich dann diejenige, die sich darüber aufregte. heute müssen wir meist lachen.

letztens im traum

ein hsv trikot getragen und die ganze zeit gedacht: verdammt, warum sind die klamotten blau und nicht grün? irgendwas stimmt hier nicht!

Dienstag, 5. Mai 2009

bundesjugendspiele

bei nichtmotivation und anzeichen von drückebergerei wurde heute immer an die bundesjugendspiele gedacht...

Sonntag, 3. Mai 2009

unter einen hut bringen

manchmal, nun, manchmal möchte man verschiedene dinge unter einen hut bringen und man plant und plant.
so soll in ein paar tagen ein gutes essen auf dem tisch stehen, wenn seltener besuch an der tür läuten wird, dazu ein gutes bier.
eine dreiviertelstunde später, so der plan, sitzen der besuch und ich in der fussballkneipe.
so soll es sein.

neurodermitis verbindet -und überhaupt!

und so habe ich eine geschlagene stunde vor einem penny markt, in moabit neben dem knast, mit einer femden frau über neurodermitis gequatscht, mir ihre lebensgeschichte angehört und bezüglich der hautprobleme des sohnes sehr viele ratschläge gegeben. von 21- 22uhr.
an der kasse sprach sie mich an: "entschuldigung, aber ist das neurodermitis, was sie da haben?"
-ja, ist es, warum?
dann fing sie an zu erzählen, von dem sohn, der sich nachts so blutig kratzt, dass das halbe bett rot ist, voll blut, durch mehrere hautschichten durchgekratzt.
sie stand ganz dankbar vor mir und erzählte, eine dicke kleine frau, unscheinbar, in grauem hausanzug mit fettigen blonden haaren und einem runden müden gesicht.
sie sprach sehr langsam und ich konnte fast mit ansehen, wie sie ihre sätze vorher gedanklich formulierte. dankbar notierte sie meine mailadresse und schrieb mir so viel kompetenz zu, als wäre ich ausgebildetet hautärztin...
später bereute ich, ihr aus den bedenken heraus, zu sehr in fremdes leben eingebunden zu werden, nur meine mailadresse gegeben zu haben, sowie die ihrige nicht notiert zu haben.

neurodermetiker sollten sich wirklich austauschen, gerade weil heutzutage hautärzte nur noch standardprogramme abspielen und nicht auf bestimmte zusammenhänge achten.
betroffene suchen sich dann irgendwelche infos aus dem internet, können die nicht richtig einordnen und stehen alleine damit da.
"ja nun, ihr sohn würde nicht gerne obst essen, wenn dann äpfel und die wären ja nicht gut wegen der säure..", sagte sie besorgt.
ich guckte sie an und erwiderte: -naja, ich bin laie und kein arzt, aber ich denke, solange bei ihrem sohn keine allergie oder unverträglichkeit festgestellt wurde, lassen sie ihn äpfel essen, so viel er will. ißt er fünf äpfel am tag und bekommt danach einen schub, gut, dann kann er die immer noch weglassen, aber ansonsten soll er doch essen, was er möchte!
ich erzählte von meiner mutter, die irgendwann auf den trip kam, ihre tochter solle nur noch frischkornbrei zum frühstück zu sich nehmen und dass es zum mittag immer dinkel oder vollkornnudeln gab, wie sehr ich das hasste und dass hautmäßig kein unterschied zu merken war.
ein paar jahre später löffelte ich pur ein halbes nutellaglas leer und es ging mir gut.
später machte ich sie noch auf den zusammenhang von verdauung und haut aufmerksam.
-ich denke, solange ihr sohn weder unter verstopfung, noch unter dem gegenteil leidet, ist alles in ordnung was die ernährung betrifft, aber leider fragen hautärzte meist nicht danach...

wir einigten uns darauf, dass das gesundheitssystem in diesem lande zu wünschen übrig lässt.
sie hat innerhalb eines jahres mehrere 1000euro für ihren sohn geblecht und sie gehört zu den menschen, die sich das geld dafür vom munde absparen.

furchtbar sauer werde ich bei solchen geschichten, denn die kranken haben ja nicht mehr die kraft sich für eine angemessene versorgung ihrerseit einzusetzen, die können meist nicht mehr auf die strasse gehen!

Freitag, 1. Mai 2009

na also, es geht doch...

spaghettis mit pesto und schwarzem tee geht nicht, spaghettis mit pesto und kräutertee geht auch nicht, spaghettis mit pesto und leitungswasser ist langweilig.
also, hüpfe ich aus meiner wohnung in den (anderen) kiosk nebenan, rotwein muss her!
-moin! rufe ich beim eintritt und steuere auf das weinregal zu.
"moin, wie gehts?" fragt der junge verkäufer.
-gut, und selbst? gebe ich die frage zurück.
"muss ja", gibt er als antwort.
ich gucke ihn etwas streng und verschmitzt schräg von unten an, schüttle den kopf und sage nur: -na, das war ja wohl nichts, das machen wir gleich noch mal! also, wie gehts denn so?
"gut", antwortet er und grinst.
-das ist ja hervorragend, wie schön zu hören! gebe ich zurück, zahle meinen wein, wünsche noch einen wunderbaren abend und hüpfe grinsend wieder nach hause.

subjektives gedankenspiel

nun, ich brauche brot und ein stück kuchen. heute ist feiertag, feiertag ist wie sonntag und sonntags gibt es kuchen.
brav stehe ich in der schlange, beobachte die strasse und sehe eine hochschwangere frau leichtfüßig auf den eingang der bäckerei zugehen.
sie steht neben mir und ich beobachte weiter.
-wie es sich wohl anfühlt ein kind zu erwarten, denke ich, ohne mann. ich male mir aus, dass sie den vater des kindes in die wüste geschickt hat und sich nun selbstbewusst darauf einrichtet das kind allein groß zu ziehen, dass sie sich darauf freut es zur welt zu bringen.
es ist die einzige vorstellung, die mir in den kopf kommt.
dann betrachte ich ihre hände und entdecke einen ring, einen einzigen ring.
-natürlich, berichtige ich mich, -schließlich wohnst du ja in dem bezirk der die meisten jungfamilien deutschlands aufzuweisen hat, nicht die meisten alleinerziehenden!
-wie einfältig und subjektiv...

"guten tag

frau haut, wollen sie etwa sagen sie seien unzufrieden? dabei fühlen sie sich doch weich und gesättigt an, zumindest was ihren fett- und feuchtigkeitsgehalt betrifft, trotzdem zeigen sie sich beleidigt mit ihren größer werdenden roten stellen. was? meinen sie etwa sie möchten ein gesünderes leben? vergessen sie es, ich sag ihnen jetzt mal was: ungesundes leben bringt viel mehr spaß und tröstet die seele, also, finden sie sich damit ab!"

ein tag

ich sitze vor dem fernseher, sehe das taurige werder-spiel, schreie laut mit und denke, dass meine nachbarn mich für bekloppt halten müssen.
nebenbei lese ich.
als der torwart nach dem spiel interviewt wird muss ich lachen.
der tag war sehr mies, selbst ein schlechtes spiel, wein, schokolade und kippen geben da trost.
heute vor einem jahr.. war kennlerntag, aber das macht den tag nicht schlechter, das scheint eher nebensächlich.

draußen ist es ruhig, kein hubschrauber, kein tatütata. der walpurgisnachtkrawall in dieser gegend hat nachgelassen.
dennoch war es richtig sich am nachmittag noch mit bargeld zu versorgen, wurde die sparkasse doch wieder zugesperrt und verrammelt, so wie all die anderen banken und geschäfte in der nähe. auch die bullenwagen nahmen wieder ihre stellung ein.
jedes jahr das gleiche spiel.

überraschend klingelt es nach dem fussballspiel an der tür. kurzer angenehmer besuch.
später begleite ich ihn noch nach draußén. neugier, ob wirklich alles so friedlich da draußen ist.
wir quetschen uns durch menschenmassen, müll liegt auf der strasse, es riecht nach kotze und pisse, aber es gibt keinen stress mit den bullen.

-ich bin alt geworden, sage ich.
-sei froh, dass du wieder in deinen ruhigen bezirk fahren kannst, diese stadt nervt.

auf dem rückweg kehre ich für ein gute-nacht-bier in einen kiosk ein. es ist viel los und ich versuche beim eintritt gar nicht erst die aufmerksamkeit mit einem "hallo" auf mich zu lenken, -die haben genug zu tun.
nun, ich sollte mich wohl geirrt haben, denn der kioskbesitzer stand hinter dem tresen und begrüßte mich sofort freundlich.
ich tat dasselbe, wandte ihm danach den rücken zu, um mir mein bier zu nehmen.
als ich mich wieder umdrehte um zu zahlen, war es wie zauberei, denn plötzlich stand sein kollege vor mir, der typ, der sich immer so freut mich zu sehen und ich werde das gefühl nicht los, dass sie absichtlich getauscht haben, damit er mich bedienen kann.

wir lachen beide und er beschwert sich, dass ich so lange nicht da war. die baustelle sei schuld meint er und dass er schon dachte ein jahr darauf warten zu müssen, bis er mich wieder sehen könne.
-wieso, soll die baustelle denn ein jahr bleiben? -frage ich doof.
-das nächstemal springe ich über den bauzaun, -sage ich danach, um etwas nicht ganz so blödes von mir zu geben.
nein, dann würde er ihn mir vorher öffnen, antwortet er ganz gentlemen-like.
wir müssen beide wieder lachen.
er fragt wie es geht und ich antworte natürlich lachend, dass es gut ginge, dabei denke ich jedoch an diesen scheißtag und werde mir meiner lüge bewusst.
-wenn du wüsstest wie und wer ich wirklich bin, denke ich, und verabschiede mich lachend, mit der bemerkung, dass ich nun wieder öfter kommen würde.
wir wünschen uns gegenseitig eine gute nacht.
auf dem rückweg wird mir klar, warum ich nicht öfter da bin und sogar eventuell ein paar cent mehr in einem anderen kiosk in kauf nehme.
-weil ich nicht möchte, dass er sich daran gewöhnt.
-weil wir uns nicht viel zu sagen hätten, wenn wir uns öfter sehen würden
-und weil mir nicht immer zum lachen zu mute ist und ich nicht bereit bin ständig gut laune vorzuspielen.
etwas besonderes soll es bleiben.

so ist das.