Sonntag, 28. November 2010

gesundheitsstundenplan und andere neuigkeiten

seit einigen wochen ist mein studenplan recht voll. jeden tag bestrahlung (die klinik ist eine stunde von mir entfert), zwei mal in der woche physiotherpie, dann noch selbsthilfegruppe, mal ein gespräch mit einer ärztin, ein echotermin, blutabnahme, alle drei wochen noch herceptingabe...ich bin voll und ganz damit beschäftigt wieder gesund zu werden.

die haare wachsen wieder und seit vier wochen gehe ich ohne tuch (draußen natürlich mit mütze). laut freunden ziehe ich blicke auf mich, aber das ist mir egal.
des weiteren genieße ich meine augenbrauen, von denen ich denke, dass sie die von herrn waigel noch übertreffen werden.
auch der anblick meiner wimpern ist sehr erfreulich.
-zum schminken sind sie jedoch noch zu kurz.
schon im krankenhaus nach der op fingen sie an zu wachsen, ganz hell blond. da konnten die anderen noch nichts erkennen, während schon ich mehrere male am tag in den spiegel schaute und jeden mikrometer beobachtete und feierte. -yes, du kriegst wieder wimpern!

ich muss gestehen selbst das wachstum meiner beinhaare lässt mich erfreut lächeln. (-die kommen mir erst mal nicht ab!)

bald entscheidet sich wann und wo die ahb (anschlussheilbehandlung)stattfinden wird und danach bleibt nur noch die dreiwöchentliche herceptingabe, die ich mindestens bis zum april bekommen werde. da ich meinen port los bin, wird es leider jetzt schon problematisch mit dem finden von venen... die sind genauso "fed up" von der piekerei wie ich. aber das herceptin ist sehr wichtig. meine vermutung ist, dass die menschen vor der entwicklung und zulassung dieses medikamentes (ca. 2006) eine sehr viel geringere überlebenschance hatten als heute. also ein hoch auf die forschung!

die bestrahlung an sich vertrage ich gut, fast keine nebenwirkungen, bis auf neurodermitisschübe, -das übliche eben.

was den neuen busen betrifft, naja, das ist eine sache für sich. optisch ist er gut gelungen und alle die ihn gesehen haben sind begeistert. dennoch, ich hatte es mir leichter vorgestellt ihn in mein körperbild und körperempfinden zu integrieren. dass sich dieser neue körperteil auch noch ganz taub anfühlt macht die sache nicht leichter. nun wahrscheinlich braucht das alles einfach ein wenig zeit und geduld.
anfangs, nach der entlassung aus dem krankenhaus ging ich auch davon aus, dass bald alles wieder so wird wie vor der krankheit, dem ist aber nicht so. der schock krebs gehabt zu haben sitzt doch tief und während die körperlichen leiden im grunde überwunden sind, meldet sich jetzt ab und zu die seele, die das alles noch etwas verarbeiten muss. auch die angst vor einem rezidiv spielt da eine rolle.

dennoch im grunde geht es mir sehr gut. ich schätze mich glücklich alles -trotz vieler widerstände- so hervorragend überstanden zu haben und ich muss sagen in dieser hinsicht sehr stolz auf mich und den weltbesten mann zu sein. wir haben das super gemeistert!

Kommentare:

  1. Dankeschön für diesen Bericht :-)
    Und ein: Bravo!

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  2. ja, vielen dank. es ist sehr schön, wieder etwas von Ihnen zu lesen und zu wissen, wie es Ihnen geht. möge es schnell und schnell immer besser werden.

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