Samstag, 20. März 2010

was vor der chemo kam: untersuchungen und ängste

nach einem ärztegespräch wurde ein tag festgemacht, an dem 6 untersuchungen liefen: ultraschall der lymphknoten, des herzens, knochenzinti mit radioaktivem zeug im körper, ekg, mammographie, ultraschall des oberbauches und dann folgte ein aufklärungsgespräch über die studie, mit der ich geheilt werden soll.
der tolle mann begeleitete mich und das war auch gut so, da die wartezeiten soooo lang dauerten und wir so zumindest ein wenig spaß zwischendurch haben konnten, obwohl wir beide auch irgendwann müdigkeitschwer wurden.
glücklicherweise konnten die ärzte und schwestern nichts weiteres finden, so dass davon auszugehen ist, dass nichts gestreut hat. davor hatte ich am meisten angst, weshalb es mir auch wichtig war jemanden an meiner seite zu haben.

die tage vor der untersuchung waren nicht immer leicht. immer wieder tat mir die ganze rechte seite weh, bis in den fuss und in die fingergelenke hinein und manchmal schob ich deswegen panik. vor allem mit dem hintergrundwissen, dass ich den scheiß schon mindestens seit einem halben jahr mit mir rumschleppe, weil es damals nicht erkannt wurde. diese ängste trägt man dann eben mit sich rum, natürlich mit den fragen, ob man sterben muss, wie sehr man zu kämpfen hat und wie schlimm das ganze überhaupt wird. nicht zu viel wollte ich mich darüber äußern, um die anderen nicht zu beunruhigen, aber manchmal konnte ich doch nicht anders, ließ mich in die arme des mannes fallen, weinte ein wenig und sagte -ich hab angst-
wir sprachen ein wenig darüber und es wurde besser.

am meisten half mir jedoch ein gespräch mit einem menschen, der den ganzen mist schon hinter sich hat, frei darüber sprach, das leben jetzt genießt und der meine ängste gut verstand.

andererseits gab es natürlich auch momente, in denen ich das leben umso mehr genoss, situationen viel viel mehr wahrnahm, schönes aufsaugte und dies den ängsten entgegensetzte. sechs wochen vor der diagnose hatte ich mich gerade so richtig für die beziehung entschieden und die hiobsbotschaft schweißte uns nur noch mehr zusammen. immer wieder waren wir auch im siebten himmel und konnten alles zwischendurch vergessen.

die untersuchungen an sich waren problemlos und zum teil lustig, nur die mammographie tat sehr weh, zumindest dort, wo der tumor zusammengedrückt wurde.
beim "echo", also herzultraschall, amüsierte sich der arzt über meine bemerkung zu meinen herztönen: -hey, das klingt ja voll nach techno!
"schön, dass sie das so positiv sehen können, die meisten finden das geräusch sehr seltsam."
-ja, wieso, ist doch logisch, techno spricht doch auch den herzrhythmus an!

amüsant und beruhigend war auch die knochenzinti. "tut ihnen irgendwas weh in den knochen?" fragte die schwester, bevor sie mir das radioaktive zeug spritzte.
- ja, ehrlich gesagt, seit dem ich die diagnose habe tut mir die ganze rechte seite weh- lachte ich ein wenig verunsichert.
sie seufzte, verdrehte die augen ein wenig, lächelte dabei und gab mir zu verstehen, dass das wohl öfter bei patientinnen vorkommt und gar nichts heißt. ich legte es unter psychosomatischen panikschmerzen ab und meine ängste wichen sofort. so fragte ich nur noch, ob ich mit dem radioaktivem zeugs intus, denn auch knutschen dürfe.
ja, alles sei erlaubt.
hervorragend.

nach 6 stunden krankenhaus konnten wir dann endlich wieder ins normale leben.

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