Freitag, 4. Mai 2012
...angst
vor zwei wochen im urlaub habe ich ihn ertastet, einen knoten unterhalb des implantats. auf dem utraschallbild konnte nichts genaues erkannt werden. eine woche später mamma mrt, drei tage danach besprechung des ergebnisses. es kann noch immer nichts konkretes gesagt werden, klar ist, dass sich ein neuer tumor gebildet hat, ob dieser nun gutartig oder böse ist wird über eine biopsie geklärt. ein klares resultat hoffentlich dann nächste woche.
schlimm diese warterei.
Donnerstag, 22. September 2011
Sonntag, 21. August 2011
kurzes update: leben
vor einigen woche kurz die angst, der krebs hätte mich wieder, tastete ich doch einen knoten in der gesunden brust, der auch die gleichen schmerzen verursachte wie damals der tumor. einen abend und eine lange nacht befanden der weltbeste mann und ich uns in den klauen der angst. angst, die kurzfristig über die liebe bestimmte, sterbensangst. sollte sich wirklich schon ein rezidiv entwickelt haben, hieße das die ganze behandlung des letzten jahres hätte nicht wirklich viel gebracht.
am nächsten tag fuhr ich sofort in die klinik. bei der sonographie war nicht so viel zu sehen und die ärztin glaubte zum glück nicht wirklich an einen neuen knoten. sie war sich aber auch nicht sicher und schickte mich zum mamma mrt.
der termin war jedoch erst eine woche später und so lernten der weltbeste mann und ich wieder die angst wegzuschieben und einfach den alltag zu leben und zu genießen. weder die familie noch die freunde werden bei solch düsteren ängsten eingeweiht, wozu noch die anderen verrückt machen (zudem hatte meine familie eh wieder die schon fast üblichen sorgen wegen eines erneuten suizidversuches der psychisch kranken schwester).
den sonntag hatte ich noch draußen auf einem schönen technofest verbracht, viel getanzt und die gesellschaft der vielen freunde genossen. montag morgen begab ich mich dann das erste mal in die hämmernde röhre, während meine seele sich eigentlich noch tanzend auf dem fest befand. die aufnahmen wurden brauchbar und das ergebnis durfte ich mir in vier tagen frühmorgens um 7:00 abholen. und so stand ich ein paar tage später um 5uhr morgens auf, um mir nach zwei wochen unsicherheit endlich das resultat abzuholen: alles in ordnung!
wahrhaftig, ich sollte noch am selben tag meine regel bekommen und damit erklärte sich auch der gefühlte "knoten" in der brust... es mag albern klingen, aber ich hatte vergessen wie sich das anfühlt -und noch viel wichtiger: ich hatte das vertrauen zu meinem körper verloren...(und auch die ärzte waren ja nicht sicher)
also, eigentlich gab es was zu feiern, mein zyklus pendelt sich wieder ein! YES!
dennoch ich hatte auch vergessen wie das so ist mit regelschmerzen, kopfschmerzen und dieser unerträglichen launenhaftigkeit...das habe ich sehr bewusst und fast wie zum ersten mal erlebt.
seit diesem schreck bin ich viel sicherer den krebs endgültig überwunden zu haben.
am nächsten tag fuhr ich sofort in die klinik. bei der sonographie war nicht so viel zu sehen und die ärztin glaubte zum glück nicht wirklich an einen neuen knoten. sie war sich aber auch nicht sicher und schickte mich zum mamma mrt.
der termin war jedoch erst eine woche später und so lernten der weltbeste mann und ich wieder die angst wegzuschieben und einfach den alltag zu leben und zu genießen. weder die familie noch die freunde werden bei solch düsteren ängsten eingeweiht, wozu noch die anderen verrückt machen (zudem hatte meine familie eh wieder die schon fast üblichen sorgen wegen eines erneuten suizidversuches der psychisch kranken schwester).
den sonntag hatte ich noch draußen auf einem schönen technofest verbracht, viel getanzt und die gesellschaft der vielen freunde genossen. montag morgen begab ich mich dann das erste mal in die hämmernde röhre, während meine seele sich eigentlich noch tanzend auf dem fest befand. die aufnahmen wurden brauchbar und das ergebnis durfte ich mir in vier tagen frühmorgens um 7:00 abholen. und so stand ich ein paar tage später um 5uhr morgens auf, um mir nach zwei wochen unsicherheit endlich das resultat abzuholen: alles in ordnung!
wahrhaftig, ich sollte noch am selben tag meine regel bekommen und damit erklärte sich auch der gefühlte "knoten" in der brust... es mag albern klingen, aber ich hatte vergessen wie sich das anfühlt -und noch viel wichtiger: ich hatte das vertrauen zu meinem körper verloren...(und auch die ärzte waren ja nicht sicher)
also, eigentlich gab es was zu feiern, mein zyklus pendelt sich wieder ein! YES!
dennoch ich hatte auch vergessen wie das so ist mit regelschmerzen, kopfschmerzen und dieser unerträglichen launenhaftigkeit...das habe ich sehr bewusst und fast wie zum ersten mal erlebt.
seit diesem schreck bin ich viel sicherer den krebs endgültig überwunden zu haben.
Freitag, 10. Juni 2011
gehäkelte geschlechtsteile...
Donnerstag, 9. Juni 2011
verwundung
diese ganze brustkrebsgeschichte kommt mir sehr weit weg vor und doch gerade in diesen tagen denke ich vermehrt an mich vor einem jahr.
mit wehenden fahnen habe ich den krebs bekämpft, mit zukunftsplänen, liebe, lebenslust und einfacher freude und auch tränen des glückes, der angst, des abschieds. ich habe eine lebendigkeit und stärke aus mir herausgeholt wie nie zuvor.
was bleibt sind stolz und das wissen um eine reiche ressource in meinem inneren, aber auch innerer schmerz, ein: "ich war im krieg und habe eine verwundung davon getragen." ja, so fühlt es sich manchmal an.
es ist nicht nur so, dass ich mit meiner verwundung gesehen werden will, ich spüre sie auch immer wieder:
empfindlich bin ich geworden, krankenhausserien sind eher tabu (ich selbst habe eh keinen fernseher mehr) und spritzen oder sonstiges, was piekst sind eine schwierige angelegenheit geworden, es sei denn professionelle sind am werk, die meine geschichte kennen. die dreiwöchige herceptingabe im brustzentrum ist kein problem. die ärztin weiß, welche vene an der linken hand sie nehmen kann und blödes schmerzliches gefrokel bleibt glücklicherweise aus. (das letzte mal lief das blut sogar ganz schön aus der flexüle raus, so dass der boden gewischt werden musste, was mich etwas zum lachen brachte.)
durch die chemo habe ich mangelerscheinungen, wie wohl viele ehemalige krebspatient_innen, blutarmut, vitamin- und mineralienmangel.
zur behadlung dessen sollte ich u.a. eine spritze bekommen:
lachend saß ich bei meiner ärztin, war gut gelaunt und guten mutes, -bis der angekündigte pieks in den po kam. ich beschwerte mich über den kurzen brennenden schmerz, sofort darauf liefen tränen. wie ein kleines kind heulte ich plötzlich und konnte nicht aufhören. nun, nach wenigen minuten riss ich mich zusammen, machte den nächsten termin aus und gab ganz reflektiert mit einem müden lächeln ein:
-ist ja ganz interessant, dass ich so heulen muss- von mir. zu hause versorgte ich mich mit schokolade, glückstee und angenehmer musik.
mit der ärztin einigte ich mich später darauf statt spritzen infusionen zu bekommen, da ich das gewöhnt bin und dann sehen kann, wann der pieks kommt (wer hat schon augen auf dem hintern).
die erste infusion, von der ärztin gelegt, war kein problem.
vor ein paar tagen sollte ich die zweite bekommen. eine neue arzthelferin wollte die fexüle legen und fragte mich welchen arm sie nehmen dürfe, sie hatte also keine ahnung von meiner vorgeschichte. ich klärte sie auf und spürte, dass mich die situation ärgerte, vor allem als sie mir nicht glauben wollte, dass die venen in der linken ellenbeuge immer wegplatzen und sie meine hand nehmen müsse.
-glauben sie mir, es gab schon viele ärzte, die das versuchten und dann feststellen mussten, dass ich mit meiner vorwarnung recht habe!
sie nahm also meine hand und prokelte ein wenig rum. für mich war der fall klar, das konnte nichts werden. sie entschuldigte sich und ich bat ruhig, aber genervt, darum, dass die ärztin kommen möge. die kam auch gleich, wusste aber wohl gar nicht, dass es sich um mich handelte ("ach du bist das!") und legte die flexüle an meiner hand an. es tat furchtbar weh und wir brachen die ganze sache ab, ich brach ab:
-wir lassen das heute!
ich versuchte noch tapfer zu sein, kurz darauf fing ich jedoch wieder an zu heulen. deutlich genervt machte ich einen neuen termin zur besprechung der situation und begab mich stinksauer auf den weg nach hause.
ich will das ganze nicht dramatisieren, aber dieses leben nach dem krebs ist wohl nicht immer einfach. oft schwingt bei mir auch noch ein -das kann nicht sein, dass wirklich ich das bin, die das sagt- gedanke mit. blutabnahmen oder sonstiges waren doch früher nie ein problem...
was die ärztin betrifft: sie macht ihre sache gut, nur ihre praxis ist etwas chaotisch und ich werde ihr bei der besprechung deutlich sagen, dass ich mir wünsche, dass ihre helferinnen meine vorgeschichte kennen. sie ist zur zeit eh dabei sich besser zu organisieren und daher offen für vorschläge.
des weiteren: vitamine und mineralien nur noch in tablettenform....
mit wehenden fahnen habe ich den krebs bekämpft, mit zukunftsplänen, liebe, lebenslust und einfacher freude und auch tränen des glückes, der angst, des abschieds. ich habe eine lebendigkeit und stärke aus mir herausgeholt wie nie zuvor.
was bleibt sind stolz und das wissen um eine reiche ressource in meinem inneren, aber auch innerer schmerz, ein: "ich war im krieg und habe eine verwundung davon getragen." ja, so fühlt es sich manchmal an.
es ist nicht nur so, dass ich mit meiner verwundung gesehen werden will, ich spüre sie auch immer wieder:
empfindlich bin ich geworden, krankenhausserien sind eher tabu (ich selbst habe eh keinen fernseher mehr) und spritzen oder sonstiges, was piekst sind eine schwierige angelegenheit geworden, es sei denn professionelle sind am werk, die meine geschichte kennen. die dreiwöchige herceptingabe im brustzentrum ist kein problem. die ärztin weiß, welche vene an der linken hand sie nehmen kann und blödes schmerzliches gefrokel bleibt glücklicherweise aus. (das letzte mal lief das blut sogar ganz schön aus der flexüle raus, so dass der boden gewischt werden musste, was mich etwas zum lachen brachte.)
durch die chemo habe ich mangelerscheinungen, wie wohl viele ehemalige krebspatient_innen, blutarmut, vitamin- und mineralienmangel.
zur behadlung dessen sollte ich u.a. eine spritze bekommen:
lachend saß ich bei meiner ärztin, war gut gelaunt und guten mutes, -bis der angekündigte pieks in den po kam. ich beschwerte mich über den kurzen brennenden schmerz, sofort darauf liefen tränen. wie ein kleines kind heulte ich plötzlich und konnte nicht aufhören. nun, nach wenigen minuten riss ich mich zusammen, machte den nächsten termin aus und gab ganz reflektiert mit einem müden lächeln ein:
-ist ja ganz interessant, dass ich so heulen muss- von mir. zu hause versorgte ich mich mit schokolade, glückstee und angenehmer musik.
mit der ärztin einigte ich mich später darauf statt spritzen infusionen zu bekommen, da ich das gewöhnt bin und dann sehen kann, wann der pieks kommt (wer hat schon augen auf dem hintern).
die erste infusion, von der ärztin gelegt, war kein problem.
vor ein paar tagen sollte ich die zweite bekommen. eine neue arzthelferin wollte die fexüle legen und fragte mich welchen arm sie nehmen dürfe, sie hatte also keine ahnung von meiner vorgeschichte. ich klärte sie auf und spürte, dass mich die situation ärgerte, vor allem als sie mir nicht glauben wollte, dass die venen in der linken ellenbeuge immer wegplatzen und sie meine hand nehmen müsse.
-glauben sie mir, es gab schon viele ärzte, die das versuchten und dann feststellen mussten, dass ich mit meiner vorwarnung recht habe!
sie nahm also meine hand und prokelte ein wenig rum. für mich war der fall klar, das konnte nichts werden. sie entschuldigte sich und ich bat ruhig, aber genervt, darum, dass die ärztin kommen möge. die kam auch gleich, wusste aber wohl gar nicht, dass es sich um mich handelte ("ach du bist das!") und legte die flexüle an meiner hand an. es tat furchtbar weh und wir brachen die ganze sache ab, ich brach ab:
-wir lassen das heute!
ich versuchte noch tapfer zu sein, kurz darauf fing ich jedoch wieder an zu heulen. deutlich genervt machte ich einen neuen termin zur besprechung der situation und begab mich stinksauer auf den weg nach hause.
ich will das ganze nicht dramatisieren, aber dieses leben nach dem krebs ist wohl nicht immer einfach. oft schwingt bei mir auch noch ein -das kann nicht sein, dass wirklich ich das bin, die das sagt- gedanke mit. blutabnahmen oder sonstiges waren doch früher nie ein problem...
was die ärztin betrifft: sie macht ihre sache gut, nur ihre praxis ist etwas chaotisch und ich werde ihr bei der besprechung deutlich sagen, dass ich mir wünsche, dass ihre helferinnen meine vorgeschichte kennen. sie ist zur zeit eh dabei sich besser zu organisieren und daher offen für vorschläge.
des weiteren: vitamine und mineralien nur noch in tablettenform....
Sonntag, 5. Juni 2011
-immer wieder dieselbe frage- (*kopfschütteln*)
ob ich denn nicht noch eine neue brustwarze wolle -werde ich häufig gefragt.
irgendwie empfinde ich diese frage meist als sehr unpassend.
manchmal bekomme ich den eindruck, dass den anderen ein normales aussehen meines körpers ganz lieb wäre, damit das thema krebs in keiner weise mehr sichtbar ist und damit auch nicht mehr verbalisiert werden muss.
eine neue brustwarze würde bedeuten, entweder eine tätowierung oder eben eine neue op, um etwas brustwarzenähnliches auf meinen "neuen busen" zu formen. in jedem fall wäre ein krankenhausaufenthalt unumgänglich für ein resultat, das nie wirklich dem ursprünglichen gleichen kann. eine funktionslose äußerlichkeit, um dem anschein des "normalen" näher zu kommen -für ein paar jahre, denn irgendwann muss auch das implantat gewechselt werden bzw. ganz raus.
rein biologisch gesehen ist so eine brustwarze doch zum stimulieren und zum stillen da. beide aufgaben kann eine künstliche nicht erfüllen.
also, was soll diese ständige fragerei?
irgendwie empfinde ich diese frage meist als sehr unpassend.
manchmal bekomme ich den eindruck, dass den anderen ein normales aussehen meines körpers ganz lieb wäre, damit das thema krebs in keiner weise mehr sichtbar ist und damit auch nicht mehr verbalisiert werden muss.
eine neue brustwarze würde bedeuten, entweder eine tätowierung oder eben eine neue op, um etwas brustwarzenähnliches auf meinen "neuen busen" zu formen. in jedem fall wäre ein krankenhausaufenthalt unumgänglich für ein resultat, das nie wirklich dem ursprünglichen gleichen kann. eine funktionslose äußerlichkeit, um dem anschein des "normalen" näher zu kommen -für ein paar jahre, denn irgendwann muss auch das implantat gewechselt werden bzw. ganz raus.
rein biologisch gesehen ist so eine brustwarze doch zum stimulieren und zum stillen da. beide aufgaben kann eine künstliche nicht erfüllen.
also, was soll diese ständige fragerei?
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